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Die Bestimmung des Visus und weitere Sehtests beim diabetischen Makulaödem (DMÖ)

Einfache Testverfahren bringen Klarheit. Augenärzte bieten eine Reihe verschiedener Sehtests an, die sich jeweils auf einen speziellen Aspekt der Sehleistung konzentrieren – z. B. die Sehschärfe, die Kontrastwahrnehmung oder bestimmte Sehstörungen wie Verzerrungen. Bei all diesen Tests wird jeweils ein Auge abgedeckt, um zu verhindern, dass das Gehirn bestehende Sehstörungen mit Hilfe des gesunden Auges ausgleicht. Einfache Testverfahren führen in den Arztpraxen häufig speziell dafür ausgebildete Praxishelfer/innen durch.

Sehschärfe (Visus) – Was ist das und wie wird sie gemessen?

Die Sehschärfe ist ein Maß dafür, wie dicht zwei Punkte zusammenliegen können, bevor sie in unserer Wahrnehmung miteinander verschmelzen. Die Visuskontrolle erfolgt häufig anhand immer kleiner werdender Buchstaben (z. B. ETDRS-Buchstabentafeln), Zahlen oder den nach einem Schweizer Augenarzt benannten Landolt-Ringen.

Die Sehschärfe eines Menschen wird relativ zu der durchschnittlichen Sehschärfe (Visus) in der Bevölkerung von 1,0 angegeben. Höhere Werte bedeuten eine überdurchschnittliche, kleinere Werte eine unterdurchschnittliche Sehschärfe. Müssen Buchstaben, Zahlen oder Landolt-Ringe also größer als durchschnittlich sein, um noch erkannt zu werden, ergibt sich ein geringerer Wert für den Visus, z. B. 0,5. Je schlechter die Sehschärfe, desto niedriger der Wert des Visus.

Mit ETDRS-Buchstabentafeln oder Landolt-Ringen die Sehschärfe bestimmen

Die Sehschärfe (Visus) kann z.B. mit Buchstaben, Zahlen oder Landolt-Ringen gemessen werden.

Auf den ETDRS-Buchstabentafeln befinden sich verschiedene Buchstaben – jeweils fünf schwarze Buchstaben stehen in einer Reihe auf weißem Hintergrund, wobei jede Reihe um einen festgelegten Anteil kleiner erscheint. Bei diesem Test müssen die Patienten aus einer bestimmten Entfernung die Reihen hintereinander ablesen. Am Zeilenrand stehende Ziffern zeigen die jeweilige Sehschärfe an, die der Patient besitzt, wenn er die betreffende Zeile gut lesen kann. Wenn sich die Sehschärfe bei späteren Kontrolluntersuchungen ändert, sprechen Augenärzte entweder von „gewonnenen“ oder von „verlorenen“ Buchstaben oder auch Zeilen.

Die Buchstabenabkürzung „ETDRS“ stammt übrigens aus einer Studie, in der es um die Behandlung diabetesbedingter Augenschäden geht (Early Treatment Diabetic Retinopathy Study).

Oft bestimmt der Arzt die Sehschärfe (Visus) auch mit den an einer Stelle unterbrochenen, immer kleiner dargestellten, sogenannten Landolt-Ringen. Je kleiner die Abbildung der Ringe wird, umso schwerer fällt es, die Öffnung im Ring noch zu erkennen – irgendwann erscheint er komplett geschlossen.

Test des Kontrast-Sehvermögens

Beim DMÖ nimmt die Fähigkeit zur Unterscheidung von Kontrasten unter Umständen messbar ab.

Patienten mit einem diabetischen Makulaödem können oft Hell-Dunkel-Unterschiede, also Kontraste, schlechter wahrnehmen. Mit speziellen Tests kann der Augenarzt überprüfen, ob Sie Kontraste gut wahrnehmen können. Dazu zeigt er Ihnen Buchstaben auf einem zunehmend gleichfarbigen Hintergrund und stellt so fest, ab welcher Kontraststärke Sie die Buchstaben nicht mehr korrekt vom Hintergrund unterscheiden können.

Die Kontrastauswahl hilft DMÖ-Patienten, Texte besser lesen zu können.

Falls Sie bereits Schwierigkeiten mit dem Kontrastsehen haben, kann Ihnen die Kontrastverstellung am oberen Rand unserer Website das Lesen erleichtern. Sie können wählen, ob Sie den Text schwarz auf weiß, weiß auf schwarz oder gelb auf blau lesen möchten.

Quellen:
[1] http://www.medizinfo.de/augenheilkunde/untersuchung/sehschaerfe.htm, zuletzt besucht am 19.09.2015.